Ja — und der Betrieb kostet nichts. Mit libp2p-webrtc-qr tauschen zwei Geräte den WebRTC-Handshake selbst aus: als gescannten QR-Code, wenn sie im selben Raum sind, oder als Einladungslink über einen beliebigen Messenger. Steht die Verbindung, ist sie eine ganz normale libp2p-Verbindung — gossipsub bildet sein Mesh darüber, OrbitDB repliziert darüber, und ein drittes Gerät, das sich mit einem beliebigen Mitglied verbindet, ist im selben Mesh.
Der Handshake steht im Fragment des Links, dem Teil hinter dem #, den Browser grundsätzlich nicht an einen Server schicken. Kein Signalisierungsserver sieht ihn — es gibt auch keinen, der ihn sehen könnte.
Damit ist es zweierlei zugleich. Es ist der kostenlose Normalfall: Eine App kann ohne jede Infrastruktur ausgeliefert werden und Menschen trotzdem zusammenarbeiten lassen. Und es ist der Rückfallweg, der trägt, wenn jedes Relay ausfällt, unerreichbar oder blockiert ist — weil nichts mehr an einer festen Adresse steht, das man blockieren könnte. Stören müsste man einen QR-Code, den jemand vor eine Kamera hält.
Verlangt wird dafür ein menschlicher Moment. Jemand scannt oder verschickt einen Link, die andere Seite öffnet ihn. Ein Relay erspart genau das: Es ist rund um die Uhr erreichbar, und Peers finden einander, ohne dass jemand etwas tut. Besteht ein Mesh erst einmal, lässt sich eine abgerissene Verbindung über die verbliebenen Peers wiederherstellen — die erste Vorstellung macht aber immer ein Mensch.
Zwei ehrliche Grenzen. Geräte in verschiedenen Netzen brauchen weiterhin STUN, um ihre eigene öffentliche Adresse zu erfahren; das ist eine einzelne UDP-Frage an einen öffentlichen Server, transportiert keine Daten und lässt sich abschalten, wenn beide Geräte im selben Netz sind. Und ein QR-Code fasst eine begrenzte Menge, weshalb ein Handshake mit vielen Kandidaten als animierte Folge statt als einzelnes Standbild läuft.